Hinweis: Dieser Beitrag gibt allgemeine, historisch gewachsene und komplementärmedizinische Perspektiven auf das Thema wieder. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder heilpraktische Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin/einen Arzt oder eine Heilpraktikerin/einen Heilpraktiker.

Wie kommunizieren Zellen untereinander, und was verändert sich, wenn ein Mensch krank wird? Diese und ähnliche Fragen beschäftigten den belgischen Arzt Dr. med. Pol Henry (1918–1988) und einen kleinen Kreis von Mitforschenden. Lange vor dem heutigen Modethema „Epigenetik“ untersuchten sie die Proteine des Blutplasmas und deren Veränderung im Krankheitsverlauf.

Bereits während seines Medizinstudiums von der Naturheilkunde fasziniert, begann Dr. Pol Henry in den 1950er-Jahren, pflanzliche Wirkstoffe aus jungen Pflanzentrieben und Knospen zu erforschen. Beeinflusst von der klassischen Alchemie und den Arbeiten des Schweizer Arztes Dr. Paul Niehans entwickelte er eine schonende Extraktionsmethode für die teils sehr fragilen Wirkstoffe junger Pflanzentriebe.

In zahlreichen analytischen und pharmakologischen Studien untersuchte er gemeinsam mit seinen Mitstreitern die Wirkstoffe von Pflanzen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. 1970 stellte er seine neue phytotherapeutische Methode unter dem Namen Gemmotherapie der Öffentlichkeit vor.

Bis heute wird die Gemmotherapie weiterentwickelt und beforscht. Sie gilt in der komplementärmedizinischen Praxis als eine zeitgemässe Weiterentwicklung der traditionellen Pflanzenheilkunde – auch wenn längst nicht alle Wirkprinzipien und Inhaltsstoffe wissenschaftlich vollständig untersucht sind. Für die konkrete Anwendung einzelner Gemmomazerate bei bestimmten Beschwerden empfiehlt sich der Austausch mit einer entsprechend ausgebildeten Fachperson.

Ursprünglich verfasst von Heinrich Schwyter M.Sc., dipl. Naturarzt, Institut Schwyter (Schweiz), April – August 2020. Diese Forschungsarbeit wurde im Rahmen des Satzungszwecks „Förderung von Wissenschaft und Forschung“ von der Aufrechtstiftung unterstützt.