Hinweis: Dieser Beitrag gibt allgemeine, historisch gewachsene und komplementärmedizinische Perspektiven auf das Thema wieder. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder heilpraktische Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin/einen Arzt oder eine Heilpraktikerin/einen Heilpraktiker.

Die Tage werden kühler, kürzer und feuchter. Mit den längeren Nächten sinkt oft auch die eigene Belastungsschwelle, die Stimmung wird gedrückter, und die ersten Anzeichen einer Erkältung zeigen sich. In der traditionellen europäischen Heilkunde wird dieses Phänomen häufig auf einen Mangel an „innerer Wärme“ zurückgeführt – verstanden als Ausdruck von Energie, Dynamik und Widerstandskraft.

Mehrere Pflanzen gelten traditionell als Unterstützung für dieses „Wärmeprinzip“: Thymian, mit seinem warmen, balsamischen Geruch, wird seit jeher bei Atemwegsbeschwerden geschätzt. Wermut und Beifuss enthalten Bitterstoffe, die traditionell mit einer kräftigen Verdauung in Verbindung gebracht werden. Johanniskraut, eine Pflanze der Mittsommersonne, und die im Herbst blühende echte Goldrute gelten als Pflanzen, die die sommerliche Wärme mit in die kalte Jahreszeit nehmen.

Auch dem Thema der „Ausleitung“ wird in der herbstlichen Naturheilkunde traditionell Bedeutung beigemessen: Neben einer Frühlingskur, die den Körper auf die warme Jahreszeit vorbereitet, wird auch eine Herbstkur empfohlen, die den Übergang in die kalte Jahreszeit erleichtern soll – etwa mit einer Mischung aus Goldrute, Beifuss, Gundelrebe, Brennnessel und Hagebutte oder Berberitze.

Für das Immunsystem werden traditionell unter anderem Pelargonium, Taigawurzel (die auch als sibirischer Ginseng bekannt ist) und die Berberitze mit ihrem hohen Vitamin-C-Gehalt genannt.

Nicht zuletzt gilt der Herbst und vor allem der Winter in der traditionellen Naturheilkunde als Jahreszeit der Ruhe und Innenschau. Ein erhöhtes Ruhebedürfnis darf dabei durchaus als natürliches Signal des Körpers verstanden werden, einen Gang herunterzuschalten.

Ursprünglich verfasst von Heinrich Schwyter M.Sc., dipl. Naturarzt, Institut Schwyter (Schweiz), Juni – November 2019. Diese Forschungsarbeit wurde im Rahmen des Satzungszwecks „Förderung von Wissenschaft und Forschung“ von der Aufrechtstiftung unterstützt.