Hinweis: Dieser Beitrag gibt allgemeine, historisch gewachsene und komplementärmedizinische Perspektiven auf das Thema wieder. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder heilpraktische Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin/einen Arzt oder eine Heilpraktikerin/einen Heilpraktiker.

Schlafstörungen gehören zu den häufigsten Anliegen in der naturheilkundlichen Praxis. Die Ursachen sind vielfältig: Manche Menschen finden abends einfach nicht in den Schlaf, andere wachen nachts immer wieder auf, wieder andere kreisen gedanklich, obwohl der Körper längst müde ist.

In der Gemmotherapie gilt die Silberlinde (Tilia tomentosa) als traditionelles Ein- und Durchschlafmittel, das nach Erfahrungswerten bei einem Grossteil der Menschen gute Dienste leistet – wenn auch, wie jede Anwendung, nicht bei jedem Menschen gleichermassen wirkt.

Für Kinder werden traditionell milde spagyrische Mischungen aus Hafer, Klatschmohn, Passionsblume und Kamille eingesetzt, die Geborgenheit und Entspannung fördern sollen. Bei nächtlichem Aufwachen – insbesondere in den frühen Morgenstunden – wird häufig auf Bitterstoffe mit Bezug zur Leber verwiesen, etwa Mariendistel-Kombinationen.

Für Menschen mit vielen Lebensjahren gelten traditionell Mischungen aus Hopfen, Baldrian, Weissdorn und Klatschmohn als bewährt. Kreisen die Gedanken abends einfach nicht zur Ruhe, wird oft Baldrian in Kombination mit Passionsblume genannt.

Auch eine alte Merkregel aus der traditionellen Heilkunde ist überliefert: Bei Schlafstörungen „aus dem Bauch“ wird Hopfen empfohlen, bei Schlafstörungen „aus dem Herzen“ Melisse, und bei Störungen durch übermässiges Grübeln Baldrian.

Nicht zuletzt kann, wer regelmässig zur selben Nachtzeit aufwacht, dies auch als Einladung zu einem Moment der Stille und Reflexion verstehen – etwa in Form einer kurzen Meditation, bei der man sich entspannt hinsetzt und dem eigenen Atem folgt.

Für eine individuell abgestimmte Begleitung bei anhaltenden Schlafstörungen empfiehlt sich der Austausch mit einer entsprechend ausgebildeten Fachperson.

Ursprünglich verfasst von Heinrich Schwyter M.Sc., dipl. Naturarzt, Institut Schwyter (Schweiz), Mai – Dezember 2019. Diese Forschungsarbeit wurde im Rahmen des Satzungszwecks „Förderung von Wissenschaft und Forschung“ von der Aufrechtstiftung unterstützt.