Hinweis: Dieser Beitrag gibt allgemeine, historisch gewachsene und komplementärmedizinische Perspektiven auf das Thema wieder. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder heilpraktische Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin/einen Arzt oder eine Heilpraktikerin/einen Heilpraktiker.

An erster Stelle einer natürlichen Immunstärkung steht die Lebensführung – unsere Ernährung, aber auch der Umgang mit Licht, Ruhe und Aktivität. Ein bekanntes Modell dafür sind die „6 Säulen der Gesundheit“, die ihren Ursprung in der antiken Humoralmedizin haben:

  1. Der geordnete Umgang mit Licht, Luft, Wasser, Wärme und Kälte: Natürliches Tageslicht nutzen, regelmässig an die frische Luft gehen und sich auch einmal einem Kältereiz aussetzen – das trainiert die Anpassungsfähigkeit des Organismus und regt Blut- und Lymphfluss an.
  2. Der massvolle Gebrauch von Speise und Trank: Weder zu viel noch zu wenig essen, ausreichend Wasser trinken, und dabei möglichst naturnahe, frische und saisonale Lebensmittel bevorzugen. Auch regelmässige Esspausen (Intervallfasten) werden in aktuellen Forschungsarbeiten mit positiven Effekten auf den Organismus in Verbindung gebracht.
  3. Der natürliche Rhythmus von Aktivität und Ruhe: Auf Aktivität sollte jeweils eine angemessene Erholungsphase folgen – weder dauerhafte Ruhe noch permanente Aktivität ohne Pausen tun dem Körper gut.
  4. Der regelmässige Wechsel von Schlafen und Wachsein: Erwachsene brauchen im Durchschnitt 7–8 Stunden zusammenhängenden Schlaf für die nächtliche Regeneration.
  5. Das Gleichgewicht von Ausscheidung und Absonderung: Regelmässiger Stuhlgang und Blasenentleerung gehören zu den grundlegenden körperlichen Funktionen, die traditionell aufmerksam beobachtet wurden.
  6. Die Beherrschung der Gemütsbewegungen: Ein ausgeglichener Umgang mit den eigenen Gefühlen wird traditionell mit einer hohen psychischen Stabilität und Resilienz in Verbindung gebracht – anhaltend heftige Gemütsbewegungen hingegen mit Erschöpfung bis hin zum Burnout.

Werden diese Grundprinzipien im Alltag beachtet, tragen sie nach traditionellem Verständnis zu einer umfassenden Stärkung des Organismus – einschliesslich des Immunsystems – bei.

Ursprünglich verfasst von Heinrich Schwyter M.Sc., dipl. Naturarzt, Institut Schwyter (Schweiz), Februar 2020. Diese Forschungsarbeit wurde im Rahmen des Satzungszwecks „Förderung von Wissenschaft und Forschung“ von der Aufrechtstiftung unterstützt.